Es gibt ja viele Bibelstellen, die besagen, dass alle Menschen Sünder sind. Jetzt knabbere ich an folgender Stelle, vor allem an Vers 6.
"Wer sündigt, ist Kind vom Teufel und nicht aus Gott geboren und hat von Gott nichts begriffen" das ist einfach eine Aussage, die ich im Kontext der vielen anderen Bibelstellen, die gegenteiliges aussagen, nicht als wahr ansehen kann.
Ich kann diese Stelle auch in keinen Kontext stellen, sodass ich sagen kann "Okay, im Zusammenhang mit soundso ist diese Aussage entschärft" oder dass ich sie jetzt anders interpretiere, aber das mit dem anders interpretieren geht schlecht, wenn eine Aussage dermaßen deutlich ist.
5 Und ihr wisst, dass Jesus in dieser Welt erschienen ist, um die Sünden der Menschen wegzunehmen, und dass er selbst ohne jede Sünde ist. 6 Wer mit ihm verbunden ist und in ihm bleibt, sündigt nicht. Wer sündigt, hat nichts von Gott begriffen und kennt ihn nicht. 7 Liebe Kinder, lasst euch von niemand irreführen! Nur wer das Rechte tut, ist gerecht – gerecht wie Jesus, der in allem Gottes Willen erfüllt hat. 8 Wer sündigt, stammt von dem, der von allem Anfang an gesündigt hat – dem Teufel. Doch gerade deshalb ist der Sohn Gottes erschienen: Er ist gekommen, um das, was der Teufel tut, zu zerstören. 9 Wer aus Gott geboren ist, sündigt nicht, denn in ihm ist und bleibt die erneuernde Kraft Gottes. Gott ist sein Vater geworden – wie könnte er da noch sündigen! 10 Daran zeigt sich, ob jemand ein Kind Gottes oder ein Kind des Teufels ist: Wer nicht das tut, was in Gottes Augen recht ist, stammt nicht von Gott. Und genauso wenig stammt der von Gott, der seinen Bruder und seine Schwester nicht liebt.
Ich habe auch folgende Erklärung dazu gefunden, die mich allerdings nicht wirklich überzeugt hat:
Wenn nun Johannes in seinem 1. Brief (Kap. 3,9) sagt, dass der aus Gott Geborene nicht Sünde tut, weil Sein (d.h. Gottes) Same in ihm bleibe und dass er nicht sündigen könne, weil er aus Gott geboren sei, so müssen wir dies im Rahmen seines Gedankenganges auffassen und uns hüten, einen Vers herauszureißen. Johannes schreibt gegen die antichristliche Verführung und zu diesem Zweck zeichnet er das ewige Leben, sowie es uns vom Heiland selbst gezeigt und mitgeteilt worden ist: nämlich vollkommen. Er beschreibt die Charakterzüge, in denen sich das göttliche Leben auch bei uns offenbaren soll und zwar auf eine abstrakte, grundsätzliche Weise. Der neue Mensch, der aus Gott geboren ist, ist diesem natürlich wesensgleich, kann also als solcher nicht sündigen. Dadurch, dass wir neue Menschen geworden sind und den Heiligen Geist besitzen, haben wir die Möglichkeit gewonnen, durch Seine Kraft zu überwinden und nicht sündigen zu müssen; aber wir dürfen dies nicht so auffassen, als ob wir in unserm jetzigen Leibe dazu gelangen könnten, nicht mehr sündigen zu können. Der Kampf zwischen Geist und Fleisch ist da, aber wie bereits betont, in der Kraft und Macht des Heiligen Geistes vermögen wir Sieger zu sein.
Quelle
Entspricht nicht wirklich der Realität meiner Meinung nach. Der Johannes-Text beschreibt nicht abstrakt oder sagt, dass diese Verse nur eine theoretisch-symbolische Bedeutung haben, sondern sagt im Gegenteil "So ist es und Bumms aus" ohne jeden Schnörkel
Wie versteht ihr den Text, denkt ihr das wenn wir zu Gott gehören dann nicht mehr Sündigen können oder Leben wir dann nur nicht mehr in Sünde?
Ich würde gerne mal Eure Meinungen dazu hören.
LG
Ekto
Bearbeitet von Ekto am 09-04-2010 23:05
Der Pessimist sieht das Dunkle im Tunnel.
Der Optimist sieht das Licht am Ende des Tunnels.
Der Realist sieht im Tunnel einen Zug kommen.
Der Zugführer sieht die 3 Idioten, die auf den Gleisen sitzen...